Um die Antwort auf die Frage vorweg zu nehmen: Weil die meisten von ihnen in transatlantische Bündnisse und Think-Tanks (z. B. Council on Foreign Relations, Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, etc.) eingebunden sind, wo vorwiegend amerikanische geostrategische Ziele den Takt vorgeben.

Einige mögen aber schon bei der Frage an sich einwenden, „stimmt das überhaupt? Stellen sich die europäischen Medien überhaupt hinter die USA?“ In Zeiten des wohl unpopulärsten US-Präsidenten der Geschichte (rein aus Sicht der Medienzunft und Politiker) scheint eine solche Unterstellung weit hergeholt.

Jedoch durften wir gerade wieder Zeugen werden von der unüberbietbaren Unterwürfigkeit deutscher Medienvertreter gegenüber allem was aus Washington kommt. Als der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, kürzlich erneut der Forderung nach militärischer Aufrüstung Deutschlands (2% des BIP) Nachdruck verlieh, stimmte „die Welt“ in diesen Ruf ein.

Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden.

Richard Grenell, US-Botschafter in Deutschland

Anstatt endlich erwachsen zu werden und sich vom Würgegriff der USA („ihr seid entweder mit uns, oder gegen uns.“) zu lösen und selbstbewusst für die eigenen Interessen einzustehen, tut der Autor der „Welt“ so, als wäre die geforderte Aufrüstung, die NATO an sich, das ewige Drohen nach Russland, alternativlos.

Krank ist das.

Da wird mit Ängsten gearbeitet (z. B. „Russland überfällt uns!“) oder mit wirtschaftlichem Abstieg gedroht („Dann verlegen die ihre Soldaten nach Polen!! Stellt euch vor, dann haben wir keine Arbeit mehr!!“) um die Bürger gefügig zu machen und auf US-Linie zu bringen.

Die Journalisten der gängigen Mainstream-Medien sind derart hirngewaschen, dass sie gar nicht mehr fähig sind, sich eine Existenz ohne US-imperiale Weltherrschaftsansprüche vorzustellen.

Zudem: der Europäische Kontinent gilt seit Jahrhunderten als der Schlüssel zur Weltmacht. Wer den Kontinent kontrolliert, hat Zugang zur Kontrolle der restlichen Welt. Das hat Zbigniew Brzeziński, einflussreicher Berater fast aller US-Präsidenten der letzten 50 Jahre, in mehreren Büchern festgehalten.

Brzezinski, 1977

Wer glaubt, die Deutsche Regierung sei in den Augen der Amerikaner ein gleichberechtigter Partner, hat einfach nicht begriffen, wie der Hase läuft. Deutschland ist Vasall der USA. Genau gleich wie jeder EU- oder NATO-Staat es ist.

Doch zurück zum Kern der Frage im Titel.

Die renommierten (welches Renommée?) Medienhäuser Deutschlands und Europas im allgemeinen ziehen von Natur aus Journalisten und Schreibende an, die selbst Zöglinge dieser US-imperialistischen Denkweise sind.

Zu glauben, bei „Die Zeit“, „Die Welt“ oder auch „NZZ“ arbeiteten Journalisten jeglicher Couleur und Denkrichtungen, ist naiv aus 3 Gründen:

  1. Diese Verlage stellen nur Leute ein, die einer gewissen Denkrichtung den Vorzug geben: Die USA ist unser Schirmherr, wir stehen hinter der NATO und unseren Verpflichtungen gegenüber der USA. Im Gegenzug ist folglich Russland unser Feind, von dem man ausser Wahlbeeinflussung, Kriegsgebaren und antidemokratisches Verhalten nichts erwarten kann. Im Kern vertreten wir einen wirtschafsliberalen, bürgerlichen und elitären Kurs.
  2. Wer diese Meinung nicht vertritt, wird es in den Redaktionsstuben sehr schwer haben, weil der Druck von Kollegen, Redaktion und Verlagsinhaber und auch anderen „renommierten“ Journalisten gross sein wird, wieder auf Kurs zu schreiben. Die Macht von „Group-Think“!
  3. Journalisten sind aufgrund ihrer Bildung, sozialen Herkunft und Status sehr weit weg vom Ottonormalbürger, hingegen sehr nahe am Puls der Eliten. Gefördert wird das durch die alteingesessenen, die das Sagen haben in Redaktionsstuben. Eine Verzahnung – um nicht zu sagen – Abhängigkeit zur Elite in Politik, Wirtschaft und Macht, ist quasi vorprogrammiert.

Ich empfehle jedem Skeptiker, dieses Video von Krystall Ball, Fernsehjournalistin bei „The Hill“. Sie hat zusammen mit Saagar Enjati die Erklärung gebracht, weshalb Bernie Sanders derzeit so vehement angegriffen wird für seine Aussage, die Medien hätten einen Bias gegen ihn. Watch:

Fazit: Wenn die Medien in den USA einen Bias haben, wird dieser von den hiesigen Medien in der Regel unhinterfragt übernommen. Einfach weil die Vernetzung und Abhängigkeiten durch Transatlantische Bündnisse, Presseagenturen und Meinungsmachern gar nichts anderes ermöglicht.

Das weiss man seit Edward Bernays und Noam Chomsky.

Wir täten alle gut daran, die alteingesessenen Medienerzeugnisse ernsthaft zu hinterfragen und Alternativen mehr Chancen zu geben. Dazu gehört, dass man den Meinungskorridor erweitert und sich anderen Sichtweisen aussetzt:

Zum Abzug der US_Truppen aus Deutschland:
RT Deutsch

Kommentare zur Amerikanischen Politik und Presse:
Jimmy Dore

Sowie natürlich KenFM, Rubikon, etc.

Veröffentlicht von Gino

Ich will den Dingen auf den Grund gehen. Oder einfach meine Meinung dazu schreiben. Vorsicht: Ich habe einen Hang zum Verschwörerischen, denn ich bin überzeugt, dass Verschwörungen existieren, vornehmlich ganz zuoberst in unserer Gesellschaft.

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